Henrik Fiskers unglückliche Elektro-Sportlimousine ist zurück und sie spricht jetzt chinesisch

Karma Revero 16 01

Gebt es zu, auch ihr konntet es kaum noch erwarten. Nach einer gefühlten Ewigkeit dürfte es nun endlich soweit sein: Der Fisker Karma wird bald wieder in Serie produziert.

Wir rekapitulieren: 2011 kam Henrik Fiskers Plug-in-Hybrid-Sportlimousine Karma auf den Markt. Sie hatte zwei 160-PS-E-Motoren an der Hinterachse, einen 260-PS-Vierzylinder als Reichweitenverlängerer, schaffte 80 Kilometer rein elektrisch und war zwar schön, aber nicht so schnell, dass es richtig aufregend hätte werden können.

Der Karma erreichte aus diesen und diversen andere Gründen nie den Hype, der nun um Tesla entstanden ist. Fisker musste Insolvenz anmelden und wurde Anfang 2014 für knapp 150 Millionen Dollar vom chinesischen Zuliferer Wanxiang gekauft. Dieser Deal beinhaltet auch die Rechte am attraktiven, aber irgendwie nicht so richtig zu Ende gedachten Karma.

Seitdem hat Wanxiang aus dem Namen Fisker den Namen Karma gemacht und ein neues Werk im kalifornischen Moreno Vallye gebaut. Hier soll in Kürze die Produktion des aufgefrischten und optimierten Fisker Karma unter der neuen Bezeichnung Karma Revero beginnen.

Und – großer Tusch – heute erlaubt man uns den ersten Blick auf den neuen Revero. Der Name soll auf lateinisch übrigens „Wahrheit“ bedeuten, worüber sich internationale Top-Lateiner wie wir nur wundern können, denn eigentlich bedeutet „Revero“ genau gar nichts. Was wir sehen, ist … ebenfalls nicht allzu viel. Bis auf eine ganz leicht getätschelte neue Front und geänderte, handgemalte (ja, wirklich) Logos, sieht der Karma aus, wie der Karma immer aussah (was zugegebenermaßen nicht das Schlechteste ist).

Karma behauptet jedoch, dass große Teile der Technik verändert wurden. Es soll ein komplett neues Infotainmentsystem sowie neue Schnelllade-Möglichkeiten geben. Desweiteren heißt es von Herstellerseite, dass der Revero neue Solarpaneele auf dem Dach haben wird, die „das Auto antreiben werden“.

Der letzte Satz ist nicht uninteressant, denn auch der Fisker Karma hatte Solarpaneele auf seinem Haupt. Diese waren aber … naja … nur mittel effizient. Wenn die Sonne die ganze Woche draufknallte wie verrückt, reichte es für ein bis zwei Meilen Extra-Reichweite. Das Ganze ist also – wie drücke ich es nur freundlich aus – ausbaufähig.  

Der Rest der Antriebstechnik soll wahrscheinlich vom Fisker Karma übernommen werden (Gerüchte über einen neuen BMW-Antrieb gibt es ebenfalls). Sprich, es gibt 408 PS Systemleistung, einen 0-100-km/h-Wert von knapp sechs Sekunden und maximal 200 km/h Spitze. Ein Tesla Model S P90D wird also Kreise um den Revero fahren.

Anders als Kaliforniens anderer E-Auto-Hersteller plant Karma übrigens keine Massenproduktion. Bei einem vermutlich 100.000 Dollar (gut 90.000 Euro) teuren Auto, dass E-Technik von 2011 verwendet, ist das auch nicht weiter verwunderlich (Räusper).

Weitere Infos dürfte es Anfang September geben, wenn das Auto offiziell bestellbar ist. Eure Meinung zum Karma Revero?

Autor: Stefan Wagner

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