Arrividerci F12 Berlinetta, hallo 812 Superfast. Ja, wirklich. Technik und Zahlen hier

  • fer_812_17_superfast_1
  • fer_812_17_superfast_2
  • fer_812_17_superfast_3
  • fer_812_17_superfast_4
  • fer_812_17_superfast_5
  • fer_812_17_superfast_6

Das, liebes TopGear-Universum, ist der neue Ferrari 812 Superfast. Er ist der neueste V12-Supersportler aus Maranello und der Nachfolger des F12 Berlinetta.

Und ja, er heisst tatsächlich „Superfast“. Ferraris heillos inkonsistente Nomenklatur bezieht sich nun offenbar auf die Vorschläge von Neunjährigen. Aber egal wie viel wir auch spotten: Der Name ist mehr als nur gerechtfertigt.

Das liegt vor allem am neuen Zeitgenossen unter der Haube des 812. Was von dort aus die Hinterräder antreibt und zweifelsfrei zu wahnwitzigen Haarnadel-Eskalationen führen dürfte, ist ein 6,5-Liter-V12 mit 800 PS. Das sind 60 PS mehr als im 6,3-Liter-V12 des F12. Dieser 6,5er-Zwölfender ist der stärkste Ferrari-Saugmotor aller Zeiten. Was sich ganz gut trifft, wenn man bedenkt, dass er auch der letzte Ferrari-Saugmotor aller Zeiten sein könnte.

Genannte Spitzenleistung wirft er bei 8500 Touren über den Tresen. An diesem Punkt dürfte auch der Lärm ein eher spektakulärer sein. Das maximale Drehmoment – 718 Newtonmeter, wenn ihr schon so nett fragt – taucht bereits ein wenig früher auf, bei noch immer recht schwindelerregenden 7000 Touren. Grundgütiger, was werden wir turbofreie Motoren vermissen.

Die Zahlen, die ihr sonst so für die nächste Runde Autoquartett braucht: 0-100 km/h gehen in 2,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei „mehr als 340 km/h“. Selbst wenn das 341 km/h bedeutet, klingt es ziemlich eindrucksvoll. Das „Superfast“-Namensschild klebt auf jeden Fall zurecht am 812, würden wir meinen.

Um sicherzustellen, dass der 812 seine Kraft nicht allzu verschwenderisch wegwirft, hat Ferrari wieder zahlreiche Akronyme in die Tasche gepackt. EPS ist Ferraris erstes elektrisches Lenksystem, es gibt die fünfte Generation SSC (Side Slip Control, Ferraris Driftgott-Modus) und die zweite Generation der Virtual-Short-Wheelbase-Software, die Ferraris Hinterradlenkung noch dynamischer machen soll. Und auch die Kilos des 812 Superfast hat man sehr bedacht verteilt: Das Verhältnis liegt bei 47:53 Prozent zugunsten der Hinterachse.

Die Optik ist ein wenig komplexer als beim überaus ansehnlichen F12. Wir sehen vier Rückleuchten, neue Lufteinlässe an der Front und allerhand Aerodynamik-Helferlein wie aktive Flaps oder den leicht stilbrüchigen roten Heckdiffusor. Immerhin scheint man die offene „Aero-Brücke“ des F12-Frontstoßfängers geschlossen zu haben. Die Lichter sind nun durch die Bank LEDs und offenbar ist auch die Farbe neu, obwohl sie nach wie vor ziemlich „Rosso“ aussieht.

Im Interieur erwarten den Sportwagen-Connaisseur ein neues Lenkrad und umgestaltete Instrumente. Sprich: Wer die Ferrari-Ergonomie bisher nicht mochte, wird jetzt nicht plötzlich in grenzenlosen Jubel verfallen. Der 812 Superfast ist gegenüber dem F12 Berlinetta mehr Evolution als echte Revolution. Aber da die Ferrari-Bedienung – zumindest unserer Ansicht nach – absolut wundervoll ist, gibt es nichts, worüber man sich grämen müsste.

Live sehen werden wir den Ferrari 812 Superfast erstmals auf dem Genfer Autosalon 2017 (9. bis 19. März). Dann sollten wir auch mehr zu Technik, Aerodynamik und vermutlich auch zum Preis sagen können. Unter 270.000 Euro wird aber aller Voraussicht nach nicht allzu viel gehen.

Bis dahin ist die Frage ziemlich simpel: Gefällt euch das Monstrum? Und ist der Name atemberaubend oder einfach nur albern?

Autor: TopGear/Stefan Wagner

Aktuelle Nachrichten

Bildergalerien

Tests und First Drives

Nachrichten im Video

Die besten Videos aus TopGear TV

Die neuesten Ausgaben von TopGear in unserem Shop

Zum Seitenanfang