Aberwitziger SUV-Geschwindigkeitsrekord mit 370 km/h

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Hand aufs Herz: Welche Sorte Auto würdet Ihr wählen, um 370 km/h zu erreichen? Bestimmt etwas sehr flaches und sehr potentes aus der Liga Bugatti, Koenigsegg oder Ferrari. Aber sicher keinen Toyota Land Cruiser. Jenen Geländeklassiker, mit dem sowohl Oligarchen durch Moskau als auch UN-Blauhelme durch Afrika kreuzen. Doch genau das ist jetzt geschehen. Vorhang auf für den „Land Speed Cruiser“. Schnallt Euch lieber an!

Den „Land Speed Cruiser“ hatte Toyota erstmals 2016 auf der Tuningmesse SEMA in Las Vegas gezeigt. Das Ziel: Verbesserung des Weltrekords für das schnellste SUV, immerhin 340 km/h. Grundlage des wahnwitzigen Gefährts ist tatsächlich ein Land Cruiser aus der Serienfertigung. Spätestens nach der Ankunft im „Motorsports Technical Center“, in dem Toyota USA unter anderem an Rennwagen für die NASCAR-Serie schraubt, war Schluss mit gewöhnlich.

Schließlich weist der Toyota Land Cruiser nicht unbedingt die beste Aerodynamik für Geschwindigkeiten weit jenseits der 300-km/h-Marke auf. Da half nur eines: abartig viel Leistung, genauer gesagt rund 2.000 PS. Um das zu erreichen, erhielt der serienmäßige 5,7-Liter-V8 zwei Garrett-Turbolader im Volleyball-Format mit jeweils 55 psi Ladedruck. Damit es den Motor bei derart viel Leistung nicht zerreißt, wurden unter anderem die Kolben und die Pleuel verstärkt, hinzu kam ein spezieller Ansaugkrümmer.

Aber die Experten geben zu, dass der Motorenbau noch der leichtere Teil war. Denn was nützt es, einen Land Cruiser auf über 300 km/h zu jagen, wenn die ganze Fuhre unkontrollierbar ist? Ergo wurde am Fahrwerk und der Aerodynamik gearbeitet. Heraus kam eine Tieferlegung, eine optimierte Fahrwerksgeometrie und eine Verbreitung um rund acht Zentimeter, um Reifen der Marke „Michelin Pilot Super Sport“ unterzubringen.

Nach Abschluss des Feintunings durch Testpilot Craig Stanton ging es auf den „Mojave Air and Space Port“. Dort gibt es eine knapp vier Kilometer lange Start- und Landebahn, die auch von privaten Raumfahrtunternehmen genutzt wird. Nachdem Stanton den Land Speed Cruiser auf 319 km/h vorgewärmt hatte, überließ er dem früheren Toyota-NASCAR-Fahrer Carl Edwards das Lenkrad. Im ersten Versuch schaffte Edwards 340 km/h, bis er merkte, dass ihm der Asphalt zur Bremsung ausging. Beim zweiten Anlauf nagelte er das Gaspedal ins Bodenblech. Hören wir ihn selbst: „Bei rund 360 km/h entwickelte der Wagen eine gewisse Eigendynamik. Aber Craig sagte mir vorher: Kümmere dich nicht drum und bleib mit dem Fuß auf dem Gaspedal. So erreichte ich 370 km/h.“, sagte der breit grinsende Profi nach dem erfolgreichen Rekordversuch.

Autor: Roland Hildebrandt

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