Van es mal kein Van sein soll

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Wir kennen es alle – kaum hast du ein Alter von 30 erreicht, verändert sich alles um dich herum. Du entdeckst die ersten grauen Haare am eigenen Körper, Altersvorsorge ist plötzlich mehr als ein Flyer im Broschüren-Ständer der Bankfiliale und deine Eltern piesacken dich mit den nervtötendsten Fragen „Wann heiratest du endlich?“ oder „Wie lange willst du noch warten, bis wir Großeltern werden?“.

Gut, Botschaft angekommen – ab auf die Suche nach einem vernünftigen und doch gutaussehendem Familienauto. Aber was soll es nur werden? „Pampers“-Bomber vom Typ VW Touran und Co. sind mir von Grund auf zu klischeehaft. Und ein weiteres Exemplar der Gattung „Schickimicki-Kindergarten-SUV-Mami“ hat die Welt nicht verdient.

Wie wäre es denn mit einem klassischen Kombi? Vielleicht dem Opel Astra Sports Tourer? Am besten mit sparsamen Dieselmotor und dafür satter Ausstattung: preiswert in der Anschaffung und zugleich günstig im Unterhalt, dennoch mit viel Platz für Kind und Gepäck. Also mal in Rüsselsheim angerufen und freundlich nach einem passenden Dauertester gefragt. Und siehe da, einige Wochen nach unserem Anruf ist es soweit, ein knallroter Astra Sports Tourer mit 136 PS starkem „Flüsterdiesel“ (wie Opel sagt) parkt für die nächste Zeit in unserer Garage.

Bei der Ausstattung hat sich Opel nicht lumpen lassen, und so gut wie alles in unseren Testwagen gesteckt, was möglich ist. Angefangen bei Kleinigkeiten wie dem beheizbaren Lederlenkrad (475 Euro) bis hin zum Top-Navigationssystem mit Sieben-Zoll-Monitor für 2 390 Euro (!) summieren sich die Extras auf sage und schreibe über 10.720 Euro. Ein Highlight im Innenraum sind die wie angegossen sitzenden AGR-Vordersitze. Damit lassen sich tausende von Kilometern abspulen, ohne geringste Verspannungen im Rücken zu spüren. Störend fällt hier lediglich auf, dass jedes Mal von Neuem die optimale Stufe der Sitzheizung gewählt werden muss.

Ebenfalls Lob verdiente sich auf unseren ersten Testkilometern die genaue und präzise Sechsgang-Schaltung. Hier hakt oder ruckelt nichts. Der Motor besticht durch seine gute Laufkultur und zieht fast über den gesamten Drehzahlbereich gut durch, abgesehen von einer kleinen Verschnaufpause beim Losfahren. Jetzt heißt es bis zum nächsten Heft nur noch, den Verbrauch möglichst an Opels Wunsch­angaben runterzudrücken.

Daten:
1 598 ccm, 4-Zyl.-Turbodiesel, FF, 136 PS, 3,9 l/100 km, 104g/km CO2, 0–100 km/h in 10,3 s, 200 km/h, 1 518 kg, 23.340 € / 34.060 €

Gutes:
- Nichts hakelt und nervt: Klasse Sechsgang-Schaltung
- Wohlfühl-Sitze mit schnell ansprechender Sitzheizung
- Formal ist der Kombi selbst nach fünf Jahren noch ansehnlich

Schlechtes:
- Kleine Anfahrtsschwäche aus dem Stand
- Piep, piep, piep – übereifrige Parksensoren selbst bei ausgeschaltetem Motor
- Synthetische Lenkung mit wenig Feedback in der Mittellage

 

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