Giugiaro Design sorgt dafür, dass Bizzarrinis Strohfeuer verflucht heiß war

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Wir machen jetzt einfach mal eine spontane Raterunde: Was glaubt ihr, wann wurde dieses grüne Raumschiff auf der Automesse in Turin präsentiert? 1975?1972? Äh, nein. Trotz der pikanten grün-orangen Farbgebung und der extrem keiligen Long-Tail-Mittelmotor-Karosse ist der Bizzarrini Manta ein Kind der 1960er.

Abgesehen von seiner unglaublichen Schönheit repräsentiert der Manta auch so einen gewaltigen Schritt für Autodesign und -entwicklung in Italien. Im Jahr 1968 verließ Giorgetto Giugiaro Bertone und gründete – nach einer kurzen Stippvisite bei Ghia – seine eigene Design- und Entwicklungsfirma Italdesign.

Der Manta ist das erste Werk des jungen Unternehmens.

Und dann ist da noch Bizzarrini, eines der eher kürzeren Phänomene der Automobilgeschichte. 1964 von Ingenieur Giotto Bizzarrini – davor Chefentwickler bei Ferrari und unter anderem für den 250 GTO verantwortlich – gegründet, war 1969 auch schon wieder Schluss.

In diesem schmalen Zeitraum aber brachte Bizzarrini einen Rennwagen namens P538, komplett mit innenliegenden Bremsscheiben, Einzelradaufhängung und Glasfaser-Karosserie. Außerdem war da noch der 5300GT Strada mit De-Dion-Hinterachse, Alu-Karosse und 400 PS-Chevy-V8.

Der Schönste von allen ist aber, zumindest unserer bescheidenen Meinung nach, das Manta Concept. Italdesign brauchte lediglich 40 Tage, um die schneidige, superflache Glasfaser-Karosserie auf einen Gitterrohrrahmen zu spannen und irgendwo dazwischen noch Platz für einen 400-PS-V8 zu finden. Der Manta basiert auf einem der P538-Rennwagen, die auch in Le Mans gefahren sind.

Das Ergebnis ist nach einem Mantarochen benannt. Warum, ist mit Blick auf die Karosserie nicht allzu schwer zu erkennen. Im verblüffend minimalistischen und futuristisch anmutenden Innenraum erkennen wir eine dreisitzige Anordnung (nebeneinander) mit dem Fahrer in zentraler Position. Jahrzehnte vor einem McLaren F1 wohlgemerkt. Allerdings war der Ferrari 365 Tre Posti noch ein wenig früher dran.

Giugiaro ging mit Italdesign seinen Weg und entwickelte die Genre-definierenden Formen eines VW Golf, Scirocco, Maserati Bora oder DeLorean DMC-12, bevor er sein Unternehmen vor ein paar Jahren an Lamborghini verkaufte.

Und Bizzarrini? Nun, sein Vorstoß in die Welt der Autoentwicklung mag ein kurzer gewesen sein, aber sein Beitrag zum italienischen Supercar als solches ist nicht zu unterschätzen. Er entwickelte den V12-Motor, der in jedem Lamborghini vom Miura bis zum Murciélago steckt, hatte seine Finger beim wundervollen Iso Grifo im Spiel und kreierte nach einer erbitterten Trennung von Ferrari sogar den 250 GT „Breadvan“.

Was dabei herauskommt, wenn solch gewichtige Namen – wenn auch nur für einen kurzen Moment – zusammenarbeiten, sehen wir an dieser wunderschönen Studie. Ob sie jemals besser waren als hier?

Autor: TopGear/Stefan Wagner; Fotos: Italdesign 

 

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