Das hier sind die stärksten V8-Limousinen, die man derzeit kaufen kann. Wo wären sie besser aufgehoben als auf einem winterlichen Alpenpass?

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Mai/Juni 2016-Ausgabe von TopGear Deutschland

 Autor: Stefan Wagner / Fotos: Peter Wagner; Philipp Kugler

 

Man muss das einfach von ganzem Herzen großartig finden. Vielleicht nicht unbedingt richtig, aber großartig. Es ist ein achttüriger, 1 322 PS und 1 631 Newtonmeter starker Korso der flatterhaften Opulenz, mit dem Team TopGear da gerade in Richtung Österreich aufbricht. Unser illustrer Trupp umfasst wohlgemerkt nur zwei Autos. Richtig, z-w-e-i. Das ist weitgehend beängstigend, irgendwie aber auch ziemlich cool.

Einen Großteil der Schuld an diesem politisch nicht komplett korrekten Potenz-Paradies trägt der wuchtig gewachsene US-Kollege, dessen schwarzer Anzug trotz gewaltiger Übergröße immer etwas zu eng wirkt. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie ich den Dodge Charger SRT Hellcat gebührend vorstellen soll. Er ist die stärkste Limousine der Welt, er ist purer, anarchischer Schwachsinn auf Basis einer 20 Jahre alten E-Klasse und überall, wo man auch nur seinen Namen erwähnt, fangen die Menschen an zu jubeln, zu grunzen oder unflätige Dinge mit ihrem Rumpf zu veranstalten.

Das Problem an der Hellcat ist: Sie hat gut über 700 PS und wir brauchten einen Vergleichstest-Gegner. Da aber niemand östlich von Detroit so ... ähm ... optimistisch ist, die annähernde Leistung eines Lambo Aventador SV (nur mit viel mehr Drehmoment) in einen heckgetriebenen Ausflugsdampfer zu stopfen, war das mit der Gegnerfindung gar nicht so leicht. Letztlich halfen auf unserer Suche nach Unvernunft ausgerechnet die sonst so abgeklärten Freunde aus Ingolstadt. 

Jap, wer sich mit den leicht gebrechlichen 560 PS eines RS 7 auf dem leistungsgesellschaftlichen Abstellgleis wähnt, kann nun erleichtert durchatmen und zum neuen RS 7 Performance greifen. Denn was Audis Beschleunigungs-Kuriosum am allerdringendsten gebraucht hat, war mehr Dampf.

Mit 605 PS und 750 Newtonmeter ist er nach dem AMG S 65 (nein, das wäre einfach nicht richtig gewesen) nun immerhin der zweitstärkste Viertürer Deutschlands. Sein 4,0-Liter-Biturbo leistet zwar noch immer schockierend viel weniger als der 6,2-Liter-Kompressor-V8 des Dodge, aber dank quattro-Antrieb (und ein paar anderer Systeme, die Kräfte tatsächlich auf Straßen übertragen), schafft er den 0-100-km/h-Sprint mit 3,7 Sekunden letztlich sogar ein paar Zehntel schneller. 

Top News

Zum Seitenanfang