Mehr Crossover, eine tolle 110-PS-Benziner-Automatikgetriebe-Kombination, aber kein Allrad. Geht das gut?

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Lifting? Wo hat Peugeot das Messer angesetzt?

Neue Scheinwerfer, ein steiler stehender Grill, ein Unterfahrschutz sowie Verbreiterungen aus unlackiertem Plastik, schon hat man ein mittelschweres Facelift durchgeführt.

Sieht gut aus …

Finden wir auch. Doch so richtig schick wird der 2008 erst, wenn ihr ihn in der neuen Farbe „Ultimate Rot“ ordert und wenn anschließend noch 1100 Euro für die GT Line über sind.

Die GT Line setzt sportliche Akzente in Form von allerlei roten und schwarzen Farbtupfern. Außerdem füllt Peugeot die Radhäuser mit 17-Zöllern und klemmt euch auch noch eine Dekorauspuffblende an die Heckschürze – die ihr wieder abmachen solltet, denn sie sieht wirklich schrecklich und nicht einmal ansatzweise echt aus.

Welche Motoren stehen mir zur Auswahl?

Ihr müsst euch zwischen drei 1,2-Liter-Dreizylinder-Benzinern mit 82, 110 oder 130 PS sowie zwei Vierzylinder-Diesel mit 99 oder 120 PS entscheiden. Ihr wisst ja, dass wir euch prinzipiell gerne die Aggregate mit der meisten Leistung schmackhaft machen wollen (genau wie die Hersteller), doch der 99-PS-Diesel geht in diesem Fall genauso klar wie der 110-PS-Otto.

Nur um den Einstiegsbenziner solltet ihr einen Bogen machen. Warum? Weil die mitgelieferte Fünfgang-Schaltung nicht zu den tollsten Getriebeprodukten von PSA zählt und in etwa so definiert ist, wie wenn ihr mit ungegarten Froschschenkeln in Götterspeise rührt.

Habt ihr einen brauchbaren Motor-Getriebe-Vorschlag?

Aber sicher: Unser Geheimtipp ist der 2008 PureTech 110 EAT6. Hinter dieser kryptischen Bezeichnung verbirgt sich ein ausgerifter Dreizylinder, der laufruhige 110 PS und 205 Newtonmeter generiert und seine Kraft über ein tolles Sechsstufen-Automatikgetriebe (nicht BMW-toll, aber doch toll) an die Vorderräder abgibt. Laut Peugeot liegt der Verbrauch bei 7,1 Liter auf 100 Kilometer.

7,1 Liter? Ist das nicht ein bisschen viel für einen Herstellerwert?

Ja, Peugeot kommuniziert nämlich erstmals (wenn auch noch etwas widerwillig) die „Real Driving Emissions“, die nicht unter Laborbedingungen, sondern im richtigen Straßenverkehr gemessen wurden. Und siehe da, der Wert deckt sich mit denen in unserem Test. Bravo … aber wenn ihr noch den NEFZ-Wert braucht: 4,8 Liter auf 100 Kilometer.

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Gibt es schwerwiegende Kritik?

Die gibt es leider auch, ja. Schade am 2008 ist nämlich, dass es ihn nicht mit der Option auf Allrad zu kaufen gibt. Die Konkurrenz von Opel, Skoda oder Nissan bietet hingegen diese Möglichkeit. Stattdessen müsst ihr euch im Peugeot mit Frontantrieb und einem System namens „Grip Control“ zufriedengeben.

Was macht dieses System?

Es beugt elektronisch dem Traktionsverlust der Vorderräder vor. Ein echter Ersatz für einen Vierradantrieb ist das System natürlich nicht, doch ihr bekommt mehr Selbstbewusstsein bei brenzligen Situationen. Allerdings nur so lange, bis die Physik ins Spiel kommt und die lässt sich nicht überlisten.

Was muss ich sonst noch wissen?

Onroad gibt es nichts zu bemängeln. Die Lenkung und das Fahrwerk arbeiten von komfortabel bis sportlich (ja, sogar eine recht dynamische Fahrweise ist möglich).

Im Innenraum wird es ein bisschen zwiespältig. Er ist nahezu perfekt was die Verarbeitung und die Gestaltung angeht, doch das winzige Lenkrad und zum Teil etwas fragwürdige Materialien (es gibt eine silberglitzernde Oberfläche, die sich wie Schleifpapier anfasst) trüben das sonst so tolle Bild aus bequemen Sitzen und einem reichhaltigen Angebot aus Infotainment und Assistenzsystemen.

Autor: Manuel Lehbrink

Technische Daten Peugeot 2008: 1199 ccm, 3-Zylinder-Benziner, Frontmotor, Frontantrieb, 110 PS, 205 Newtonmeter, 0-100 km/h in 10,3 Sekunden, 188 km/h Höchstgeschwindigkeit, 1225 Kilo, 4,8 Liter/100 km, 110 g/km CO2, Preis 19.950 Euro

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