Jetzt in sportlich? Passen das R-Line-Paket, 20-Zöller und ein Zweiliter-Biturbo-Diesel zu dem Kompakt-SUV?

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Der sieht anders aus als ein normaler Tiguan. Irgendwie … sportlicher?!

Stimmt. Was ihr hier seht, ist das neue Kompakt-SUV von VW mit optionalem R-Line-Paket. Es stattet den Tiguan mit anderen Front- und Heckstoßfängern (in dem hinteren sind zwei schicke Endrohre untergebracht), breiteren Radkästen und Schwellern sowie einem R-Line-Logo im Grill aus.

Die Felgen, die ihr in den Radhäusern sehen könnt, messen 20 Zoll und kosten noch einmal extra. Aber die sportliche Optik steht dem Wagen ganz gut, oder?

Was interessiert mich die Optik? Ich will Technik-Infos. Was ist neu?

Bislang musstet ihr euch im VW Tiguan mit maximal 190 PS begnügen – aus dem Zweiliter-Turbodiesel. Wenn ihr lieber einen Benziner möchtet, dann war bei 180 PS Ende an der Fahnenstange.

Weil der Tiguan seit seinem Größenzuwachs im April 2016 auf 4,49 Meter Länge aber nun mit Modellen wie dem Audi Q3, dem BMW X3 oder dem Mercedes GLC konkurriert, und der VW-Kompass auf Premium ausgerichtet wurde, tun es unter 200-PS-Motorisierungen einfach nicht mehr. Zumindest wenn es nach uns geht ...

Deshalb gibt es den Tiguan nun mit dem 240 PS starken Biturbo-Diesel aus dem VW Passat. Gekoppelt wird der Motor obligatorisch mit einem Siebengang-DSG und dem variablen 4Motion-Allrad.

Erzählt mir was zu den Fahrleistungen und dem Fahrverhalten, bitte ...

Zum Glück hat uns VW den neuen Top-Tiguan in Deutschland ausgehändigt. Heißt: Hochgeschwindigkeitsfahrten auf der Autobahn werden nicht mit Geld- oder gar Gefängnisstrafen geahndet. Puh.

In 6,5 Sekunden ist der dreistellige Tachobereich erreicht und auch 200 km/h gelingen dem 240 PS und 500 Newtonmeter starken Aggregat problemlos. Danach wird es zäh. Wenn ihr wirklich 228 km/h (das ist die angegebene Höchstgeschwindigkeit) fahren wollt, braucht ihr viel Geduld. Außerdem solltet ihr dabei keinen Blick auf den Verbrauch werfen ...

An der Autobahnabfahrt angekommen, überrascht das etwas undefinierte Bremspedal (und zwar negativ), wir lenken mit knapp 90 km/h ein und erwarten, dass die 1,8 Tonnen Leergewicht (plus zwei Passagiere) uns an den äußeren Rand der Kurve schieben. Aber das im Sport-Modus befindliche Fahrzeug (die Dämpfer sind härter, die Lenkung etwas präziser) bringt uns im Zusammenspiel mit dem Allradantrieb ohne Murren auf die Landstraße.

Erleichtert schalten wir in den Comfort-Modus und freuen uns, dass trotz der 20-Zöller ein klein wenig Restkomfort erhalten bleibt und wir gemütlich von Gemeinde zu Gemeinde tingeln können. Stets dabei? Ein etwas rau und nagelig laufender Top-Diesel. Schade ...

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Was sollte ich sonst noch über das Auto wissen?

Neben der neuen Sportlichkeit steckt VW jede Menge digitale Technik in den Tiguan. Ihr wollt euer Smartphone koppeln, es induktiv laden und euch von allerlei Fahrassistenzsystemen unterstützen lassen? Kein Ding. Okay, und auch nicht wirklich neu.

Was euch zukünftig aber beeindrucken soll heißt „Car-Net“.

Dieses System beinhaltet einen Notrufdienst mit automatischer Unfallhilfe. Außerdem sammelt es Fahr- und Fahrzeugdaten, speichert die Parkposition und sagt euch per App, wann ihr zu eurem Termin aufbrechen müsst. Dabei wird der Verkehr einkalkuliert und ob ihr eventuell auf dem Weg noch bei der Tankstelle vorbei müsst.

Findet ihr gruselig? Dann passt mal auf: Wenn ihr euren Tiguan mal verleiht und ihr nicht wollt, dass der Wagen ein gewisses Gebiet verlässt oder schneller als beispielsweise 140 km/h gefahren wird, könnt ihr beide Parameter in einem Online-Portal festlegen. Hält sich der Entleiher nicht an die Vereinbarung, bekommt ihr eine Nachricht auf euer Handy geschickt.

Und jetzt? Jetzt kann mich nur noch der Preis schocken, oder?

Einen genauen Grundpreis gibt es bislang noch nicht, aber VW meint, wir sollen mit rund 42.500 Euro rechnen. Klingt überschaubar für ein vermeintlich gut ausgestattetes Fahrzeug der höchsten Ausstattungslinie „Highline“ mit Allrad, DSG und 240 PS, oder?

Geht so, denn selbst die „Highline“ ist in Wolfsburg bei einigen Features eine noch ziemlich magere Veranstaltung. Zum Glück gibt es aber Aufpreislisten und viel Sonderausstattung ...

Und was hält die Zukunft sonst noch für den Tiguan bereit?

Zumindest der Motor aus dem Golf GTI mit 220 PS ist bereits bestätigt und zieht ebenfalls ab Herbst 2016 unter die Tiguan-Haube.

Und wann kommt die R-Version?

Sagen wir es mal so: Zugegeben hat VW bislang noch keinen 300-PS-Tiguan, aber wenn wir das Konkurrenz-Wettrüsten so betrachten, ist ein solches Modell wohl nur eine Frage der Zeit …

Autor: Manuel Lehbrink

Technische Daten VW Tiguan 2.0 BiTDI: 1968 ccm, Vierzylinder-Biturbo-Diesel, Frontmotor, Allradantrieb, 240 PS, 500 Newtonmeter, 0-100 km/h in 6,5 Sekunden, 228 km/h Höchstgeschwindigkeit, 1795 Kilogramm, 6,4 Liter/100 km, 167 g/km CO2, zirka 42.500 Euro

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